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RSSPrint

Aufbruch nach Nordirland

Trotz Corona lassen sich junge Mitglieder unserer Gemeinde nicht ihre Träume nehmen. Einer von ihnen ist Justus Wolski, der seinen Freiwilligendienst in Nordirland plant.  Weil er dabei unsere Aufmerksamkeit und Hilfe braucht, hat er diesen Beitrag verfasst.

"Mein Name ist Justus Wolski, ich wohne im Charlottenburger Kiez und gehöre zur Luisengemeinde. Wie bei vielen (jungen) Menschen hat die Pandemie auch meine Pläne nach dem Abitur durcheinander gebracht. Eigentlich sollte ich im Juli 2020 meinen 12-monatigen Internationalen Christlichen Friedensdienst mit der ökumenischen Friedensorganisation „Eirene“, in Nordirland beim Versöhnungszentrum „Corrymeela“ beginnen. Stattdessen arbeitete ich unter anderem drei Monate unentgeltlich in der Schlossparkklinik. Und ich bereitete mich weiter intensiv u.a. in Seminaren auf den Friedensdienst vor. Nun kann mein Freiwilligendienst im Sommer 2021 sehr wahrscheinlich endlich stattfinden. Hierfür brauche ich finanzielle und ideelle Unterstützer*innen. Es ist das Konzept der weltweitentsendenden Friedensorganisation „Eirene“ durch den Unterstützerkreis eine enge Verzahnung zwischen dem Freiwilligendienstleistenden und dem heimatlichen Umfeld zu haben, damit der Friedensdienst auch eine nachhaltige, aufmerksamkeitsschaffende Wirkung im Inland hat.
Wieso Friedensdienst in Nordirland? Ist Nordirland denn eine aktuelle Problemzone? Möglicherweise denken Sie aktuell an den Brexit und vielleicht auch an den Bürgerkrieg (die sog. Troubles), aber als ein Ereignis der Vergangenheit. Jedoch sind die aktuellen Auswirkungen auf die heutige Gesellschaft in Nordirland gravierend:  Zwei Drittel der Bevölkerung sind traumatisiert und jede fünfte Person hatte den Verlust oder schwere Verletzungen von Verwandten oder nahen Bekannten zu beklagen. Der Bürgerkrieg in Nordirland zog sich über 30 Jahre (1968-1998) hin, während die Wurzeln des Nordirlandkonflikts schon im 17. Jahrhundert liegen. Es soll hier jedoch nicht darum gehen, wer was wann getan hat, und auch nicht darum, eine schuldige Partei bei diesem komplexen Konflikt  zu finden. Häufig wird die Ursache des Konflikts als religiös begründet angesehen, jedoch sollte dies nicht missverstanden werden, da es sich im Kern um einen gesellschaftlichen Konflikt handelt, der sich als Folge der irischen Teilung 1920 (in  Nordirland und Republik Irland) ergab. Grob zusammengefasst gibt es in Nordirland zwei Lager: die pro-britischen (protestantischen) Unionisten und die pro-irischen (katholischen) Nationalisten, die mit Waffengewalt gegeneinander vorgingen.
Heute ist Nordirland durch den Brexit so gespalten wie seit dem Bürgerkrieg nicht mehr. Die im Rahmen der EU möglich gewordene Annäherung und die offenen Grenzen zwischen der Republik und Nordirland werden durch den Brexit rückgängig gemacht. Die beiden extremen Lager erstarken wieder, weshalb eine Aussöhnung nun besonders wichtig ist. Bei meinem Internationalen Freiwilligendienst in Nordirland geht es genau darum: Im Versöhnungszentrum „Corrymeela“ wird ein gewaltfreies und friedliches Miteinander und ein Raum für Dialog geschaffen. Hierbei begegnen beispielsweise Jugendgruppen aus den verschiedenen „Lagern“, um so Vorurteile durch Bildung, Spiel und Spaß abzubauen. Der christliche Versöhnungsgedanke von Corrymeela ist es die Überwindung von gesellschaftlicher Spaltung durch menschliche Begegnung zu ermöglichen, um so Hass, Unterdrückung und Intoleranz zu bekämpfen.
Sie können bei dieser Friedensarbeit mithelfen, indem Sie Teil des Unterstützerkreises meines Internationalen Jugendfreiwilligendienstes werden. Ihre Unterstützung kann finanzieller oder ideeller Natur sein. Alle, die finanzieller und/oder ideeller Teil meines Unterstützerkreises werden, bekommen während meines Freiwilligendienstes regelmäßig sog. „Rundbriefe“, in denen ich über meine Arbeit, das Projekt und die dortige Lage berichte.
Für genauere Informationen können Sie mich unter justus_wolski@web.de erreichen, gerne telefoniere ich auch mit Ihnen, wenn Sie mir Ihre Telefonnummer schicken."