FOCUS-GOTTESDIENST

So |  19. Januar 2020  | 11:30 Uhr | Luisenkirche

▷  Thema:  „Das Ende der Pressefreiheit?“

▷  Gast: Mathias Bröckers

Wie eine Auslieferung von Julian Assange an die USA die Meinungsfreiheit und Demokratie bedroht. 

 

Der freie Journalist und jahrzehntelange taz-Kolumnist Mathias Bröckers gehört zu den produktivsten deutschen Buch-Autoren unserer Zeit, mit mehreren internationalen Bestsellern. Er veröffentlichte seit 1980 ca. 600 Beiträge für Tageszeitungen, Wochen,- und Monatszeitschriften, vor allem in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Politik. Viele Radiosendungen- und Kommentare, sowie Beiträge für Bücher und Anthologien. Verschiedene Kabarettprogramme und Texte, Mitarbeit an TV-und Film-Drehbüchern. Lektorats- und Herausgebertätigkeiten.
Im Juli 2019 erschien von ihm das Buch "Freiheit für Julian Assange - Don't kill the messenger".

„Wenn das Aufdecken von Verbrechen wie ein Verbrechen behandelt wird, dann werden wir von Verbrechern regiert“ - Edward Snowden

Am 11. April 2019 wurde der Wikileaks-Gründer Julian Assange aus der ecuadorianischen Botschaft, wo er Asyl gefunden hatte, in ein britisches Hochsicherheitsgefängnis verschleppt. Jetzt werden britische Gerichte über einen Auslieferungsantrag der USA entscheiden, die Assange eine Verschwörung mit Chelsea Manning zum Einbruch in Pentagon-Computer vorwerfen. Falls er ausgeliefert wird, könnten ihm weitere Anklagen nach dem „Spionage Act“ und die Todesstrafe drohen. Und das nicht weil er kriminelle Taten begangen hat, sondern weil er solche enthüllt hat – im Irak, in Afganistan und anderswo. Der Ausgang des Verfahrens von Julian Assange wird zeigen, ob es wirklich schon so weit ist und die Presse- und Meinungsfreiheit am Ende ist.

Wie eine Auslieferung von Julian Assange an die USA die Meinungsfreiheit und Demokratie bedroht.

Der Termin für die britische Auslieferungsanhörung von Julian Assange findet am 25. Februar 2020 statt. Nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens fürchtet selbst der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Prof. Nils Melzer, um das Leben des australischen Journalisten und Verlegers.

Es ist ein topaktuelles Thema, das in absehbarer Zeit Schlagzeilen machen wird. Es geht hier nicht nur darum, Assange zu schützen, sondern  auch einen Präzedenzfall zu verhindern, der durchaus das Schicksal westlicher Demokratie besiegeln könnte. Denn, wenn es einmal zu einem Verbrechen geworden ist, die Wahrheit zu sagen, während die Mächtigen Straflosigkeit genießen, dann wird es zu spät sein, den Kurs zu korrigieren. Dann werden wir unsere Stimme der Zensur unterworfen haben und unser Schicksal der ungezügelten Tyrannei.